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Englisch und Geschichte – die perfekte Kombination?

 English and history – a match made in heaven?

Bilingualer Geschichtsunterricht

nur etwas für die, die schon perfekt Englisch können? Oder aber zwei Stunden mehr Englischunterricht pro Woche, weil man dabei eh kein Geschichte lernt? Mit solchen Gerüchten wollen wir in diesem Flyer Schluss machen! Auf den nächsten Seiten beantworten wir einige grundlegende Fragen dazu, warum bilingualer Geschichtsunterricht sich lohnt—und, woher Sie wissen, ob es das Richtige für Ihre Kinder ist!

 1. Lernt mein Kind im bilingualen Geschichtsunterricht dasselbe, wie im „normalen“ Geschichtsunterricht?

Ja, sogar noch etwas mehr! Die Inhalte des bilingualen Unterrichts sind die gleichen wie die des „normalen“ Geschichtsunterrichts. Im bilingualen Unterricht kommt jedoch noch hinzu, dass sich das Fach Englisch und das Fach Geschichte gegenseitig ergänzen können. Beispielsweise kann man die aus dem Englischunterricht bekannten Methoden zur Erschließung eines Textes auf das Arbeiten mit einer Textquelle anwenden. Außerdem können im bilingualen Geschichtsunterricht englische Originalquellen und Darstellungen genutzt werden, die einen anderen Blick auf die von anderen Ländern und Nationen erlebte Geschichte erlauben. Hier lautet das Stichwort  „Perspektivübernahme“.
Nicht nur unsere, sondern auch die Erfahrung verschiedener Wissenschaftler*innen zeigt, dass durch den bilingualen Unterricht Fähigkeiten gefördert werden, die der „normale“ Sachfachunterricht nicht fördern kann – was genau wird in Frage 3 erklärt!

 2. Ist es nicht sinnlos, deutsche Geschichte auf Englisch zu lernen?

Ja und nein! Natürlich übersetzen wir keine Quellen, die auf Deutsch entstanden sind, für  den Unterricht extra auf Englisch. Über deutsche Themen kann man kann man im bilingualen Geschichtsunterricht auf Deutsch sprechen – es heißt ja „bilingualer Unterricht“, nicht „englischer Geschichtsunterricht“.
Insgesamt lautet die Maxime des bilingualen Geschichtsunterrichtes:
immer, wenn wir Englisch sprechen können, tun wir es – wenn das Fach es fordert, sprechen wir aber Deutsch!

 3. Welche Vorteile hat der bilinguale Geschichtsunterricht?

Es gibt viele gute Gründe, warum sich der bilinguale Geschichtsunterricht lohnt. Hier sind die drei wichtigsten zusammengefasst:


1. Multiperspektivität! Auf Geschichte gibt es immer verschiedene Sichtweisen. Um Geschichte also besser verstehen zu können, ist es notwendig, die Sicht anderer Völker oder kultureller Gruppen neben unserer deutschen Perspektive zu betrachten. Im bilingualen Unterricht öffnet sich die Welt der englischsprachigen Quellen, die auch für Themen des „normalen“ Geschichtsunterrichts relevant sind, wie zum Beispiel für den Kolonialismus, die beiden Weltkriege, die Amerikanische Revolution und vieles mehr.

2. Interkulturelle Kompetenz! Dadurch, dass man im bilingualen Geschichtsunterricht neben deutschen auch englische Quellen kennenlernt, lernt man ebenfalls etwas über die Perspektive der Menschen eines anderen Landes. Machten Engländer beispielsweise ähnliche Erfahrungen wie die Deutschen während des ersten Weltkrieges oder hatten sie eine andere Meinung? Man lernt also nicht nur etwas über Geschichte auf Englisch – sondern vielmehr auch etwas über die Mentalität einer anderen Kultur! Genau diese Fähigkeit, sich in andere Kulturen hineinzuversetzen, halten wir für den internationalen Arbeitsmarkt für zwingend notwendig.


3. Inhalte! Im bilingualen Geschichtsunterricht schauen wir uns nicht nur an, was international geschah. Wir beschäftigen uns auch mit geschichtlichen Ereignissen, die sich zwar in Deutschland abspielten, an denen aber die Welt großen Anteil genommen hat – zum Beispiel die Zeit des Nationalsozialismus oder der Wiedervereinigung.

Zusammengefasst hat man also durch den bilingualen Unterricht die Chance, Themen aus verschiedenen (kulturellen) Sichtweisen zu diskutieren, an Quellen in ihrer Originalsprache zu arbeiten und somit auch das Verständnis von Geschichte zu erweitern.

4. Englischkenntnisse oder Geschichtskenntnisse—was wird eigentlich bewertet?

Im bilingualen Unterricht wird die Leistung im Fach Geschichte bewertet. Ein Bestandteil dieser Leistung ist es, sich in einer angemessenen Fachsprache ausdrücken zu können. Das heißt:

bestimmte Begriffe, Ausdrücke und Namen als Vokabeln zu lernen. Der Unterschied zum normalen” Geschichtsunterricht ist hier eindeutig: Die Vokabeln sind nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Englisch. Lernen tut man sie aber in jedem Geschichtsunterricht. Ansonsten wird die englische Sprache lediglich als Instrument zur Erschließung historischer Sachverhalte und als Ausdrucksmittel der eigenen Sichtweise auf Geschichte verstanden. Somit sollten Fehler in der Fremdsprache nicht zum Nachteil werden. Die bilingualen Geschichtsstunden werden sogar helfen, das Englisch Ihrer Kinder zu verbessern!

Wie hilft der bilinguale Geschichtsunterricht, Englisch zu lernen?

Indem wir vielfältige und unterschiedliche Materialien anbieten! Wir nutzen in Geschichte nicht nur Textquellen, sondern auch Bilder und Gegenstände, und wir bieten sowohl Hilfen beim Verstehen von Materialien als auch beim Formulieren von Antworten.

 5. Wie ist der bilinguale Unterricht am THG eigentlich aufgebaut?

Das THG möchte interessierten SchülerInnen die Möglichkeit eröffnen, sich schon während ihrer Schullaufbahn zukunftsorientierte Qualifikationen zu erwerben. Aufgeschlossenheit gegenüber dem Englischen, aber auch Interesse, Neugierde, Spaß an den Sachfächern und ein engagiertes Arbeits- und Sozialverhalten sind sinnvolle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Teilnahme.
In Klasse 6 wird klassenübergreifend ein Vorbereitungsunterricht in Blockseminaren angeboten. Hier können SchülerInnen anhand ausgewählter Themen aus den Fächern Geschichte und Biologie erste Einblicke in den bilingualen Unterricht gewinnen. Eine Teilnahme an diesem Vorbereitungsunterricht ist Voraussetzung für den Eintritt in die Klasse 7 mit Sprachenprofil. Sollte sich herausstellen, dass die Wahl des Sprachenprofils nicht die richtige war, so können SchülerInnen aus dieser Klasse innerhalb eines Jahrganges in eine andere Klasse wechseln.