Multimediales Lernen

Digitalisierung in der Schule

Nach einem intensiven Austausch und kritischer Diskussion beschloss der Schulvorstand des THG im November 2016 die Erprobung des Konzeptes „Multimediales Lernen“ (ML) in einer 9. Klasse, dann 2018 in einer 11. Klasse. Seit 2019 arbeiten die Schülerinnen und Schüler am THG ab Jahrgang 11 mit iPads.

Das ML-Konzept basiert auf dem Strategiepapier „Ziellinie 2020“ der Landesregierung Niedersachsen, das einen intensiveren und besser koordinierten Einsatz neuer Medien in Bildungseinrichtungen forciert. Das THG wird sich damit frühzeitig an der Erprobung beteiligen und einen fundierten Beitrag zur Schlüsselfrage der sinnvollen und zielführenden fachlichen Integration neuer Medien in den Unterricht an Gymnasien leisten.

Mit der gesellschaftlichen, fachwissenschaftlichen und inzwischen eben auch didaktischen Bedeutung der neuen Medien hat deren Nutzung durch Lehrkräfte zugenommen. Insbesondere mit dem Tablet bietet sich hier erstmals eine Plattform, die schnell, direkt und häufig relativ unkompliziert in vielen Fächern eingesetzt werden kann. Zugleich ist am THG mit IServ, voller WLAN-Abdeckung und einer durchgängigen Versorgung mit Beamern und AppleTV eine tragfähige Arbeitsmöglichkeit gegeben.

Ziel der Erprobung des Konzeptes „Multimediales Lernen“ ist damit eine so chancenorientierte wie kritische Evaluationsphase, in der möglichst viel Praxiserfahrung mit den Herausforderungen und Chancen gesammelt werden soll. Die Erfahrungen der ersten Jahre sind positiv – sowohl auf Seiten der Schülerinnen und Schüler, der Lehrkräfte als auch der Elternschaft, die das Projekt unterstützt.

Zahlreiche Schülerbefragungen im Rahmen des Projekts verdeutlichten die positive Entwicklung. Besonders positiv hervorgehoben wurde das ML-Konzept in der 2018 am THG durchgeführten Fokusevaluation mit dem Schwerpunkt „Leben in einer digitalisierten Welt“. Auf Basis von Unterrichtsbeobachtungen und zahlreichen Gesprächen mit allen Beteiligten kamen die Evaluatoren des Niedersächsischen Landesinstitutes für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ) zu einer sehr positiven Abschlussbewertung, die den eingeschlagenen Weg behutsamer Schul- und Unterrichtsentwicklung bestätigte.

In Hinblick auf das Medienkonzept der Landesregierung Niedersachsen kann das THG damit frühzeitig agieren und die Entwicklung tabletgestützten Unterrichts – unter Mitwirkung von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern und Elternschaft – aktiv mitgestalten.

DIGITALISIERUNG UM JEDEN PREIS? NEIN!
VERBESSERUNG DES UNTERRICHTS? JA!

In den ML­Klassen arbeiten die Schülerinnen und Schüler mit eigenen Tablets im 1:1­Ansatz. Betreten sie das
Schulgebäude, aktiviert sich das THG­Schulprofil und die Tablets können im Unterricht zielführend eingesetzt werden. Als ergänzendes Medium werden sie unterschiedlich je nach Fach und Ermessen der Lehrkräfte eingesetzt.

Wir versprechen uns durch dieses Vorgehen:

1. Mehr Motivation


Unsere Erfahrungen zeigen eine höhere Motivation der Schülerinnen und Schüler, da sie bei der Recherche schnellen Zugriff auf nötige Informationen haben, Ergebnisse leicht austauschen, gemeinsam an Dokumenten arbeiten und professionelle Präsentationen erstellen sowie die multimedialen Möglichkeiten des Tablets nutzen können.

2. Mehr Aktualität und Passgenauigkeit des Lernangebots

Der richtige Einsatz von Tablets bietet didaktisches Potential in dem Sinne, dass die Lehrkraft spontaner reagieren, mehr Unterrichtsmaterial variabel und schnell nutzen und stärker auf individuelle Interessen eingehen kann.

3. Mehr Arbeitsmaterial

Das Erstellen und Bearbeiten von klasseninternen, fachspezifischen und sogar individuellen Lernmaterialien wird in einem für die Schülerinnen und Schüler motivierenden Kontext ermöglicht, da deren eigene kreative Ideen mit einem technisch geringen Aufwand multimedial in das Unterrichtsgeschehen einfließen können. Lehrkräfte können zudem einen größeren Materialfundus leichter und flexibler einsetzen.

4. Mehr Ergebnissicherungen

Das Tablet bietet die Möglichkeit, das Festhalten von Arbeitsergebnissen, Tafelbildern, Notieren von Schülerexperimenten etc. kreativer und effizienter zu gestalten, indem bspw. zuvor langwierige Tafelsicherungen mit der App „GoodNotes“ sowohl einfacher und übersichtlicher als auch schülerzentrierter (z.B. mit Blick auf die Klasse) ablaufen.

5. Mehr Medienkompetenz

Die SuS erweitern ihre Medienkompetenz und ihr Medialitätsbewusstsein im Sinne sicherer Anwendung und Nutzung digitaler Medien, des Wissens über digitale Medien, der kreativen und innovativen Gestaltung von Medienprodukten und der Medienkritik: Nicht nur zum Thema Datenschutz und Persönlichkeitsrechte, sondern auch im grundsätzlich kritischen Hinterfragen der im Internet vorhandenen Informationen sowie allgemein der Mediennutzung.

6. Mehr Studien­ und Berufsnähe

 

Der vertraute Umgang mit Informations­ und Kommunikationstechnologien spielt in der Studien­ und Arbeitswelt eine große Rolle, worauf das Gymnasium in seiner allgemeinbildenden Funktion grundlegend und mit Blick auf die Studierfähigkeit (systematisch in der Sekundarstufe II) vorbereiten kann.