Verbunden mit dem ML-Projekt werden immer wieder verschiedene Fragen gestellt. Diese haben wir in diesem FAQ-Dokument zusammengestellt:

Wofür steht “ML” ?

Multimediales Lernen. Der Begriff Multimedia beschreibt zunächst nur die Kombination und Verwendung unterschiedlicher Medienformate (z.B. Text, Bild, Sprache). Die Grundannahme des Multimedialen Lernens basiert darauf, dass Schülerinnen und Schüler nachhaltiger und effektiver lernen, wenn Lerninhalte mit unterschiedlichen, sinnvoll kombinierten und lernförderlich aufbereiteten Medienformaten umgesetzt werden. In Zeiten zunehmender Digitalisierung wird diese Entwicklung dadurch beschleunigt, dass Smartphones und Tablets Alltagsmedien geworden sind. Die Arbeit mit eigenen Tablets ermöglicht Multimediales Lernen im Unterricht und zuhause.

Wie wird der Kauf eines iPads organisiert?

Am THG werden iPads über einen Fachhändler gekauft, der sowohl ein Kauf- als auch ein 0%-Finanzierungsmodell über drei Jahre anbietet. Wer nicht über den Fachhändler kaufen/finanzieren möchte, kann auch selbständig kaufen. Allerdings ist die Einbindung in das THG-Schulsystem deutlich vereinfacht, wenn das Angebot des Apple-Fachhändlers genutzt wird.

Können auch bereits früher gekaufte iPads verwendet werden?

Früher gekaufte iPads können verwendet werden, wenn Sie den Vorgaben des THG entsprechen (iPad 9,7” bzw. 10,2” mit iOS 13). iPad Pro sind nicht zugelassen.

Werden sich die Leistungen der Schülerinnen und Schüler durch den Einbezug der Tablets im Unterricht verbessern

Zeitgemäße Bildung bedeutet, Schülerinnen und Schülern das Lernen und Arbeiten mit modernen Medien zu ermöglichen und zugleich für das Leben in einer digitalisierten Gesellschaft wichtige Kompetenzen zu schulen. Aus diesem Grund geht die Erwartung an eine “Leistungsverbesserung” zunächst in eine falsche Richtung. Allerdings zeigen alle Befragungen in ML-Klassen deutlich, dass zahlreiche für die schulische Leistung wichtige Kriterien durch die Arbeit mit modernen Medien zunehmen: Lernmotivation, Selbständiges Lernen, Wiederholen von Inhalten, Kooperatives Lernen und Recherchemöglichkeiten. Auch die Frage, ob der Lernerfolg durch den Unterricht in der ML-Klasse beeinflusst werde, wird grundsätzlich positiv beantwortet.

Wie viel Unterrichtszeit wird die Arbeit mit dem Tablet einnehmen?

Mit dem Tablet sollen bewusst die didaktischen Möglichkeiten des Unterrichts ergänzt werden, ohne auf die bewährten Mittel zu verzichten. „Klassischer“ Unterricht kann in diesem Sinne angereichert oder auch gänzlich verändert werden (Stichworte: mehrkanaliges Lernen, kurzphasiger Rhythmus, App-Nutzung, neue Formen der Ergebnissicherung). Nach Annahmen der ML-Projektgruppe nimmt der Tableteinsatz im Schnitt 20% der Unterrichtszeit ein. Es hat sich aber auch gezeigt, dass der Tableteinsatz unterschiedlich ausfällt: In manchen Fächern fast 80%, in anderen Fächern 50% oder 10% – je nach Unterrichtsthema und didaktischem Wert für den jeweiligen Unterricht sowie persönlicher Abwägung durch die Lehrkraft.

Können auf das iPad auch Lehrbücher geladen werden?

Je nach Lehrwerk und Fach können digitale Lehrwerke auf dem iPad – sei es als Ersatz bzw. zusätzlich zum gedruckten Lehrwerk – kostenfrei genutzt werden. Diese Entscheidung liegt bei den jeweiligen Fachgruppen. So finden z.B. in den Fächern Deutsch und Geschichte die digitalen BiBoxen des Schroedel Verlags sowie das webbasierte mbook Verwendung.

Kann das iPad den Taschenrechner ersetzen?

Es gibt einige Apps, die einen ähnlichen Funktionsumfang bieten wie der aktuell verwendete Taschenrechner. Im Unterricht werden derzeit kostenlose Apps wie Geogebra parallel zum Taschenrechner verwendet, um mathematische Sachverhalte zu veranschaulichen. Leider ist momentan der Erlass für die Zulassung in Prüfungssituationen immer noch nicht verabschiedet.

Kann das iPad das Fremdwörter-Lexikon ersetzen?

Das iPad kann das Fremdwörter-Lexikon ersetzen, da alle Wörterbücher auch als Apps in vollem Funktionsumfang zur Verfügung stehen. Im Fremdsprachenunterricht am Gymnasium reichen in der Regel sogar die kostenlosen Apps, die auf den Schülergeräten schulseitig installiert werden, aus. Für erhöhte Anforderungen – beispielsweise zentrale Abiturprüfungen – wird die Anschaffung der für das Abitur zugelassenen Vollversionen derzeit geprüft. Das Verfahren zur Einführung im Abitur ist noch nicht abgeschlossen.

Wie kommen die Schülerinnen und Schüler an die für den Unterricht benötigten Apps?

Am THG erhalten die Schüler-iPads über unser Schulsystem alle für den Unterricht relevanten Apps. Diese Liste wird ständig – auch in Zusammenarbeit mit den Schülerinnen und Schülern – aktualisiert. App-Wünsche seitens der Schülerinnen und Schüler können kurzfristig berücksichtigt werden.

Bleiben die Kopierkosten auch bei der Verwendung von Tablets bestehen?

Im Rahmen der Kopierkostenregelung bleiben auch die ML-Klassen Teil der Kopierkostenumlage. Allerdings wird dieses Guthaben in den ML-Klassen ebenso zum Erwerb unterrichtsrelevanter Apps verwendet. Eine Regelung, die sich seit Projektbeginn bewährt hat.

Müssen die für den Unterricht benötigten Apps von den Eltern bezahlt werden?

Am THG erhalten die Schüler-iPads über unser Schulsystem alle für den Unterricht relevanten Apps. Hierfür entstehen den Familien keine zusätzlichen Kosten. Da der Kopieraufwand in den ML-Klassen – bei gleichbleibendem Kopierkostenbeitrag der Familien – drastisch sinkt, werden die für den Unterricht benötigten Apps mit diesem Guthaben verrechnet. So war es bisher nicht erforderlich, kostenpflichtige Apps selbständig zu kaufen.

Benötigen die Schülerinnen und Schüler neben den Tablets noch Hefte bzw. Mappen?

Die Grundannahme des Multimedialen Lernens basiert darauf, dass Schülerinnen und Schüler nachhaltiger und effektiver lernen, wenn Lerninhalte mit unterschiedlichen, sinnvoll kombinierten und lernförderlich aufbereiteten Medienformaten behandelt werden. Dazu gehört auch, dass Schülerinnen und Schüler die Mappenführung sowohl digital als auch in Papierform strukturiert erlernen. Da sich im ML-Konzept Papier und Display ergänzen und nicht ausschließen, werden in der Regel sowohl normale Hefte als auch digitale Mappen geführt. Die meisten Schülerinnen und Schüler führen aber ihre Ergebnisse in der digitalen Mappe (per Scan) zusammen und legen diese auf dem iPad ab. Diese Regelung hat sich in den ML-Klassen bewährt und ist ein zentraler Aspekt kontinuierlicher Fortentwicklung.

Benötigen die Schülerinnen und Schüler spezielle Stifte für das iPad?

Am THG ist die Nutzung einer Tastatur vorgegeben, um die Kompetenzen schnellen Tastatur-Schreibens nachhaltig fördern zu können. Gerade für das Anfertigen längerer Texte in der Sekundarstufe II und im späteren Studium und Berufsleben ist und bleibt das schnelle Schreiben eine Kernkompetenz, die wir mit den 1:1-iPads fördern möchten. Geplant sind Zehn-Finger-Tippkurse.

 Benötigen die Schülerinnen und Schüler eine Tastatur und eine Schutzhülle?

Am THG ist die Nutzung einer Tastatur vorgegeben, um die Kompetenzen schnellen Tastatur-Schreibens nachhaltig fördern zu können. Eine Schutzhülle ist ebenso verbindlich vorgegeben, um die Geräte kostengünstig über die Schule versichern zu können. In der Regel empfehlen wir den Schülerinnen und Schülern daher eine Tastatur-Schutzhüllen-Kombination, die im Fachhandel kostengünstig erhältlich ist.

Benötigen die Schülerinnen und Schüler Kopfhörer?

Kopfhörer sind nicht verbindlich vorgegeben, werden allerdings im Unterricht regelmäßig verwendet. Da alle Schülerinnen und Schüler über Kopfhörer verfügen, gibt es zu diesem Punkt keine verbindlichen Vorgaben.

Ist es möglich, Klassenarbeiten auf dem iPad zu schreiben?

Prinzipiell ist es am THG möglich, Klassenarbeiten auf dem iPad zu schreiben, da über das MDM-System eine rechtssichere Kontrolle und Steuerung der Geräte möglich ist.

Verlernen die Schülerinnen und Schüler durch die Arbeit mit den iPads ihre handschriftlichen Fähigkeiten?

Die Grundannahme des Multimedialen Lernens basiert darauf, dass Schülerinnen und Schüler nachhaltiger und effektiver lernen, wenn Lerninhalte mit unterschiedlichen, sinnvoll kombinierten und lernförderlich aufbereiteten Medienformaten behandelt werden. Das heißt, dass nach wie vor ein großer Teil der Schreibtätigkeit – ganz bewusst – handschriftlich ausgeführt wird. In der Regel werden die handschriftlichen Ausarbeitungen dann per Scan in die digitale Mappe aufgenommen. Die Sensibilität für diese Frage ist in Kollegium und Schülerschaft groß, sodass schon jetzt festgehalten werden kann, dass die Förderung flüssiger Handschrift (vor allem aus lernpsychologischer Sicht) gerade in Zeiten digitalen Wandels eher an Bedeutung gewinnt.

Wie wird verhindert, dass Schülerinnen und Schüler während der Unterrichtszeit unterrichtsfremde Programme verwenden?

Alle iPads sind am THG in das Schulsystem (MDM) eingebunden, werden also grundsätzlich vom THG-Systemadministrator verwaltet. Während die iPads außerhalb der Schule völlig frei und unbegrenzt genutzt werden können, aktiviert sich bei Betreten der Schulgebäude der Schulmodus, der auf einer vom THG festgelegten App-Auswahl basiert und im Unterricht das Management der iPads durch die Lehrkräfte ermöglicht. In diesem Rahmen verfügen die Lehrkräfte über verschiedene Stufen der Kontrolle und Steuerung – von an Lehreranweisungen gebundenes Arbeiten bis hin zu freiem Arbeiten mit den iPads.

Sind die Tablets versichert?

Alle Tablets, die am THG für das Lernen und Arbeiten in der Schule genutzt werden, können über den Fachhändler im Rahmen einer “Premium”-Versicherung oder über das THG im Rahmen einer Gruppenversicherung versichert werden. Hierzu werden für eine Nutzungsdauer von drei Jahren ab Jahrgang 11 die Gebühren berechnet und einmalig überwiesen.

Können die Schülerinnen und Schüler ihre Tablets sicher verwahren und vor Diebstahl oder Zerstörung schützen?

Alle ML-Klassenräume verfügen über zertifizierte Aufbewahrungsschränke, in denen alle Schülerinnen und Schüler persönliche Fächer mit Schlüssel besitzen. In diesen Fächern können die iPads auch aufgeladen werden. Während Pausen oder längerer Abwesenheit (Sportunterricht etc.) werden die Fächer als sichere Aufbewahrungsgelegenheit genutzt.

Wird die Verwendung von Tablets in den Pausen und in der Mittagspause erlaubt sein?

Grundsätzlich sind wir der Ansicht, dass In den Pausen Bewegung und Austausch im Vordergrund stehen sollen. Für die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe jedoch ist in der Pause die Tabletnutzung zur Unterrichtsvorbereitung an genau zugewiesenen Orten innerhalb des Schulgebäudes erlaubt.