Im Rahmen eines mehrtägigen Projekts am Theodor-Heuss-Gymnasium in Göttingen setzte sich eine Schulklasse intensiv mit dem Thema „resiliente Wälder“ auseinander. Ziel war es, gemeinsam mit dem Forschungsprojekt FoResLab – Future Lab towards Forests Resilient to Climate Change ein digitales Spiel zu entwickeln, das sowohl unterhaltsam ist als auch Wissen über den Klimawandel und seine Auswirkungen auf Wälder vermittelt.
Zu Beginn erhielten die Schülerinnen und Schülereine Einführung in die Thematik und entwickelten im Anschluss erste kreative Ideen. Dabei entwarfen sie eigene Charaktere, die verschiedene Perspektiven auf den Wald widerspiegeln, wie Tiere, Menschen oder andere Beteiligte. Diese Figuren bildeten die Grundlage für die späteren Spielinhalte.
In einer weiteren Session wurde der Lernort in den Wald verlagert. Dort sammelten die Schüler:innen Geräusche und visuelle Eindrücke, die sie später in ihre Spielgestaltung einfließen ließen. Auf dieser Basis entstanden erste grafische Elemente wie Figuren, Gegenstände und Effekte sowie Überlegungen zu möglichen Spielmechaniken.
Im weiteren Verlauf arbeiteten die Schüler:innen mit einer Game Engine und analysierten Beispielspiele. Dabei setzten sie sich mit verschiedenen Spielstilen, Aufgabenformaten und Rätseltypen auseinander. Aufbauend darauf entwickelten sie eigene Ideen für Spielabläufe und Interaktionen.
In Gruppenarbeit entstanden schließlich konkrete Szenarien und Geschichten. Ausgehend von vorgegebenen Themen und Figuren entwickelten die Schüler:innen mehrere Handlungsstränge, die typische Herausforderungen rund um den Wald und den Klimawandel aufgreifen. Dazu gehörten unter anderem das Löschen von Waldbränden, das Verfolgen von Schädlingen wie dem Borkenkäfer oder das Zusammenspiel verschiedener Lebewesen im Ökosystem Wald. Auch gesellschaftliche Themen wie Umweltverschmutzung, Tourismus oder wirtschaftliche Nutzung wurden in die Spielideen integriert.
Die entwickelten Konzepte zeigen deutlich, dass die Schüler:innen großen Wert auf eine ausgewogene Verbindung von Unterhaltung und Lerninhalten legten. Das geplante Spiel soll eine freundliche, zugängliche Atmosphäre bieten, gleichzeitig aber auch Herausforderungen und Rätsel enthalten. Besonders wichtig war ihnen, dass das Spiel fair gestaltet ist und bewusst auf sogenannte „Dark Patterns“ wie In-Game-Käufe oder glücksspielähnliche Mechaniken verzichtet.
Das Projekt verfolgt das Ziel, ein sogenanntes Serious Game zu entwickeln, das insbesondere Kinder und Jugendliche anspricht. Durch spielerische Elemente sollen komplexe Zusammenhänge verständlich gemacht und ein Bewusstsein für den eigenen Umgang mit der Umwelt geschaffen werden. Die im Workshop entstandenen Ideen und Materialien bilden dabei eine wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung des Spiels und stellen sicher, dass die Perspektiven und Interessen der Zielgruppe direkt in das Endprodukt einfließen.
Text: Florian Winkler (Referent Bildung & Vermittlung Forum Wissen)
Chris Scherr (freiberuflicher Game-Designer)







