Videoprojekt Nanotechnologie

Schulprojekt

Videoprojekt Nanotechnologie: Winzige Teilchen mit großer Zukunft

Dauer: Schuljahr 2017/ 2018, Klasse Physikleistungskurs, 11 Jahrgang; 14 Schüler, 2 Schülerinnen Lehrer: Ullrich Schmidt; Kooperationspartner:

  1. Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin (MPI-EM), Universitätsmedizin Göttingen (UMG), Deutschland, Prof. F. Alves „Translationale Molekulare Bildgebung“ www.em.mpg.de
  2. Trinity College Dublin, University of Dublin, Irland, Prof. Adriele Prina-Mello, “Translationale Nanomedizin” www.tcd.ie/medicine/research/researchers/Adriele-Prina-Mello.php
  3. Accademia di Gagliato delle NanoScienze, Gagliato, Italien, President, Ms. Paola Ferrari www.nanogagliato.org

Entwicklung

Da die Nanotechnologie bereits Anwendung in einer Vielzahl von industriellen Bereichen (Chemie- und Energietechnik, Textil- und Kosmetikindustrie, Pharmazie- und Medizintechnik, Elektronik, Optik und Informationstechnologie) findet und diese Fachdisziplin noch nicht Teil des Schulcurriculums ist und flächendeckend unterrichtet wird, war das Ziel des Projektes, Schüler sowohl an der Grundschule (Grundschule in Dublin, Irland, Nanowow) als auch in der Oberstufe im Gymnasium (THG, Göttingen, Video) für diese wichtige Zukunftstechnologie zu interessieren und zu begeistern. Die Idee, „Nanotechnologie“ in Schulen europaweit zu integrieren und zu unterrichten entstand auf der internationalen Konferenz in Nanogagliato 2017 8 www.nanogagliato.org) unter der Schirmherrschaft von Accademia di Gagliato delle NanoScienze, bei der sich internationale Experten der Nanotechnologie jedes Jahr treffen. Am THG fand sich mit Ullrich Schmidt, dem Physiklehrer des Leistungskurses Physik im 11. Jahrgang mit insgesamt 2 Schülerinnen und 14 Schülern ein sehr engagierter Lehrer, der sowohl von der Idee als auch von den Möglichkeiten der Nanotechnologie begeistert war. Nach ersten Gespräche mit Prof. F. Alves, Max Planck-Institut für experimentelle Medizin, Universitätsmedizin Göttingen wurde die Idee, ein Video zu drehen, mit dem Ziel, dass die Schüler des THG anderen Schülern aus der Oberstufe mittels Beispielen Teilaspekte der Nanotechnologie erklären, entwickelt und umgesetzt. Die Schüler waren sofort begeistert und entschieden sich für insgesamt 5 Themen, die sie in Teams bearbeiteten und präsentieren wollten.

Durchführung

Zunächst hatten die einzelnen Gruppen die Aufgabe, sich über ihr Thema im Detail zu informieren und Fakten zu sammeln. Anschließend wurde überlegt und kreativ ausgearbeitet, wie man die jeweiligen Anwendungsbeispiele anschaulich erklären kann und wie man entsprechende Experimente zu den einzelnen Themen entwickeln kann. Dann wurden die einzelnen kleinen Videoeinheiten im Klassenraum und auf dem Schulgelände gedreht. Alles wurde mit Hilfe einer Moderation zusammengefügt, die zunächst in das Gesamtthema Nanomaterialien und dann in die einzelnen Themen einführte: i) Was sind Nanopartikel? (Einführung); ii) Nanopartikel in der Medizin: Ein Tumor wird “gekocht”, iii) Nanopartikel in der Materialkunde, iv) Oberflächenlackierung zur Betriebskostendämpfung im Flugverkehr; v) Oberflächenbehandlung im Alltag mit Pflegemitteln. Zwei Schüler, die sich bereits mit Filmarbeiten sehr gut auskannten, übernahmen den Zuschnitt und die Gestaltung des Videos in Diskussion mit den Mitschülern, dem Lehrer und den Kooperationspartnern, in Göttingen, Irland und Gagliato. Anschließend wurde das Video mit Unterstützung der Kooperationspartner mit Untertiteln in Englisch und Italienisch übersetzt, um es auf der Konferenz in Gagliato (www.nanogagliato.org): Nanogagliato 2018 (July 2018) und in dem Schulprojekt „Nanopiccola“ (Juli 2018) einem breiten Publikum und Schülern in Italien zu präsentieren mit dem Ziel, sie zu unterrichten und sie ebenfalls zu motivieren, ähnliche Projekte zu starten. Ziel ist es, das Video international über verschiedene Netzwerke in Schulen zu zeigen und Schüler für das innovative und zukunftsträchtige Thema zu interessieren. Es ist auf YouTube („Winzige Teilchen – Große Zukunft“) zu sehen (https://www.youtube.com/watch?v=moW9hlllhms).

Wirkung

Das Projekt hat auf der einen Seite dazu geführt, dass sich die Schüler des Leistungskurses Physik über ein Schuljahr sehr intensiv mit dem Thema „Nanomaterialien“ beschäftigt und so viel über diese wichtige Zukunftstechnologie gelernt haben. Sie haben sich über das Video mit einem neuen, für einige bis dahin noch unbekanntem Fachgebiet, intensiv und mit großem Engagement auseinandergesetzt, eigene Versuche dazu entwickelt und so eigenes Anschauungsmaterial, welches jetzt anderen Schulen zur Verfügung steht, erarbeitet. Durch die selbst entwickelten Erklärungen hat sich ihr neues Wissen besonders gut eingeprägt. Für einige hat dieses Projekt möglicherweise auch dazu geführt, in Zukunft den Beruf mit der Nanotechnologie zu verbinden. Auf der anderen Seite ist durch das Zeigen des Videos als Anschauungsmaterial bewirkt worden, dass andere Schüler aus anderen Schulen und Ländern sich für das Thema begeistern und so motiviert sind, ähnliche Projekte zu starten. Das Ziel, Nanotechnologie international in die Schulen zu bringen, ist so auf vielfältige Weise sehr gut gelungen. Zurzeit wird mit der Verbreitung des Videos an anderen Schulen dieses Ziel intensiv verfolgt. Parallel wird ein Dokumentarfilm gedreht, der die Entstehung der Idee bis hin zur Umsetzung der Integration von Nanotechnologie an Schulen.

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