„Mein Leipzig lob ich mir!“ Klassenfahrt der 10C

Einen feiernden Studenten lässt Goethe im „Faust“ Leipzig loben und für eine Klassenfahrt muss natürlich zitiert werden, wie es weitergeht: „Es ist ein klein Paris und bildet seine Leute.“ Eine Bildungsreise war der Ausflug der Klasse 10C und ihrer begleitenden Lehrkräfte Herr Klack und Frau Ahrend in die große ostdeutsche Metropole auf jeden Fall!

Gleich am Nachmittag des Ankunftstages stand ein Besuch der „Runden Ecke“ auf dem Programm – Museum und Gedenkstätte zur Aufarbeitung und Dokumentation der Stasi-Verbrechen in der ehemaligen DDR. Ein tougher Einstieg, der zunächst eingeordnet und verarbeitet werden musste. Zum Glück hielt das sonnige und gastronomisch spitzenmäßig ausgestattete Leipzig genügend Orte bereit, an denen man ins Gespräch kommen sowie gleichzeitig den immerwährenden Hunger besänftigen konnte.

Ein Schritt zurück in der Geschichte folgte mit dem Besuch des Völkerschlachtdenkmals, erstes Highlight vor allem wegen des ausgesprochen tollen Guides, der in Inhalt wie Form den richtigen Ton traf und begeisterte Zehntklässler:innen den Aufstieg wagen und einen herrlichen Rundblick über die Stadt genießen ließ.

Nicht nur der Geist muss beschäftigt, sondern auch der Körper bewegt werden, sodass eine zweistündige geführte Paddeltour genau der richtige Ausgleich war und die Schüler:innen staunen ließ über das verzweigte Wasserwegenetz mitten in der Großstadt. Apropos, die Größe der Stadt war für viele der Leinestädter:innen doch eine ziemliche Überraschung, manchmal eine Herausforderung. Dank hervorragend funktionierendem ÖPNV ließen sich alle Wege aber problemlos bewältigen – dass dennoch manchmal die Füße glühten, konnte man mit stetem Kaloriennachschub und ausreichend Chillpausen gut kompensieren. Einen weiterhin sportlichen Nachmittag verbrachte die Truppe u.a. mit Wikingerschach bei strahlendem Sonnenschein im großen Clara-Zetkin-Park, einer grünen Lunge im sehr grünen Leipzig!

Dennoch: Auch die DDR-Geschichte einschließlich der friedlichen Revolution im Jahr 1989 wurde im Zeitgeschichtlichen Forum noch einmal ausgiebig in den Fokus genommen. Zahlreiche Nachfragen der Jugend erfreuten das Herz der Lehrerin, die es sich nicht nehmen ließ, als gebürtige Leipzigerin mit den Schülerinnen und Schülern einige weitere Fakten und persönliche Erfahrungen zu teilen in der Hoffnung, dass die Stadt und ihre Geschichte nachhaltig im Gedächtnis der jungen Göttinger:innen bleiben!

Zum Abschluss der Klassenfahrt stand ein Highlight der ganz anderen Art auf dem Programm: Der Besuch im Freizeit- und Erlebnispark Belantis in der Nähe von Leipzig. Der Wettergott zürnte mittlerweile, sodass nur gut zwei Stunden zur Verfügung standen, um auf Achterbahn&Co. inmitten eines bereits „halloweenmäßig“ ausgestatteten Geländes zwischen Überschwang und Übelkeit persönliche Grenzen auszutesten. Der Rest löste sich im strömenden Regen auf, sodass alle froh waren, in der Jugendherberge ein letztes Abendessen zu verputzen und vielleicht um die Ecke noch einen Döner nachzuschieben. Der Appetit der Jugend faszinierte die Berichterstatterin durchgehend, wie die bereits dritte Erwähnung unschwer erkennen lässt. So erlebte jede/r diese abwechslungsreiche Klassenfahrt aus ganz unterschiedlichem Blickwinkel …

Zurück in Göttingen konnten die Ferien beginnen und etwa zum Erzählen gab es sicher auch!

Text und Fotos: THG/Ahrend

   

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