Das Englischtutorium erkundet Dublin und Belfast

Am Sonntag, den 04.10., traf sich das Englischtutorium bereits um 6 Uhr am Bahnhof, um den ICE nach Frankfurt zum Frühflug nach Dublin zu nehmen und so die Studienfahrt zu beginnen.

Sobald die Hostelzimmer in Dublin bezogen waren, konnte der Nachmittag direkt für einen Gang in die Innenstadt zum Chorgottesdienst in der Christ Church und zu einem anschließenden Spaziergang an der alten Stadtmauer genutzt werden. Nach einem ersten Erkunden der Abendessensmöglichkeiten trafen sich schließlich alle wieder zu Spielen im Hostel, um den früh begonnenen, aber schönen ersten Tag ausklingen zu lassen.

Am Montag begann unmittelbar das geschichtliche Programm, das eng an unser Semesterthema rund um den Film „Belfast“ und die britisch-irischen Beziehungen anknüpfte. Den Auftakt machte das GPO, die Zentrale des Osteraufstands von 1916. Von dort ging es an der Liffey entlang durch hübsche Stadtviertel zum Mittagspicknick im Park und anschließend zum Kilmainham Gaol, jenem Gefängnis, in dem die Aufständischen gefangen gehalten und exekutiert wurden. An beiden historischen Orten gab es hervorragende und interessante Führungen, sodass Geschichte verständlich und erlebbar wurde. Mit gemeinsamem Kochen und Essen im Hostel endete der Tag etwas früher, um fit für den Dienstag zu sein.

Denn am Dienstag hieß es wieder früh aufstehen für den ersten Zug nach Belfast. Der Plan war ambitioniert: Mit einem sehr langen Tag in der Stadt sollten die wichtigsten Sehenswürdigkeiten erkundet werden. So starteten wir nach der Bahnfahrt mit einem Rundgang durch die Innenstadt, der an der Titanic Experience endete. Nach dem Besuch dieser interaktiven und spannenden Ausstellung über die Blütezeit der Belfaster Industrie ging es zur benachbarten SS Nomadic, dem letzten erhaltenen Schiff der White Star Line. Anschließend fuhren wir mit dem Bus zum Mittagspicknick in die Botanic Gardens. Gut gestärkt besuchten wir daraufhin das Ulster Museum, insbesondere die Ausstellungsteile zur nordirischen Geschichte und den „Troubles“. Deren heutige Auswirkungen erlebten wir im direkten Anschluss bei einem Spaziergang durch die Viertel entlang der Peace Walls und durch die Tore hindurch zu den vielen Murals (Mauergemälden). Dieser Teil war sicherlich der emotionalste und eindrücklichste Höhepunkt des Tages, vielleicht sogar der Woche, da wir sehr überrascht waren, wie deutlich die Folgen des Konflikts im Verhalten der Menschen und in der Atmosphäre des Ortes noch spürbar sind. Mit dem letzten Zug ging es dann zurück nach Dublin.

Am Mittwoch konnte erst einmal ausgeschlafen und etwas Freizeit genossen werden. Das gemeinsame Programm begann erst um 12:30 Uhr mit einer Bahnfahrt hinaus auf die vorgelagerte Halbinsel Howth, wo eine Naturerkundung auf dem Plan stand. Die Natur zeigte sich sofort von ihrer besten Seite: Direkt im Hafenbecken des Örtchens konnten wir Robben beobachten. Nach einer Wanderung entlang der Felsklippen und einem Zwischenstopp am Strand, den einige zum Baden nutzten, erklommen wir schließlich den höchsten Punkt der Halbinsel. Von dort bewunderten wir den Sonnenuntergang über Dublin, bevor wir die Wanderung im Ort beendeten und die Bahnfahrt zurück in die Stadt antraten.

Der Donnerstag stand unter dem Motto der älteren Geschichte. Den Vormittag verbrachten wir am Trinity College bei der „Book of Kells Experience“, wo wir die berühmte Bibel aus dem Jahre 800 sehen, ihre Geschichte kennenlernen und in einer Multimediaausstellung näher erkunden konnten. Am Nachmittag tauchten wir im Archäologischen Museum teilweise noch tiefer in die Vergangenheit ein und bewunderten wunderschöne Goldarbeiten sowie historische Stücke aus der Zeit der Wikinger. Der Tag fand seinen gemütlichen Abschluss beim gemeinsamen Kochen im Hostel und einem anschließenden Pub-Besuch.

Am Freitag, unserem letzten Tag in Dublin, hatten wir glücklicherweise einen späten Rückflug. So konnten wir vormittags noch das EPIC Museum besuchen, das auf sehr interaktive und multimediale Weise die Auswanderung aus Irland sowie deren Bedeutung für das Land und die Welt darstellt.
Nach einer langen Rückreise mit dem Bus zum Flughafen, dem Flug und der Zugfahrt mit zweimaligem Umsteigen kamen wir am Samstagmorgen um kurz nach 2 Uhr wieder in Göttingen an.

So war es zwar wieder eine Nacht mit wenig Schlaf – wie so oft auf dieser Fahrt –, aber wir hatten viel schöne und wertvolle gemeinsame Zeit, erlebten interessante Orte und spannende Begegnungen.

Text und Fotos: THG

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