Erinnerung gestalten –
Das THG engagiert sich!

Unter der Überschrift „Stolpersteine reinigen, Biografien erforschen, Erinnerung gestalten“ stand am 11. Mai 2026 das Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung im Mittelpunkt. Schülerinnen und Schüler der Klasse 8b unserer Schule gestalteten in der Eingangshalle eine Pop-up-Ausstellung zu den Stolpersteinen, für die das THG im Rahmen eines stadtweiten Projekts Patenschaften übernommen hat. Gleichzeitig reinigten die Schülerinnen und Schüler mehrere Stolpersteine in der Göttinger Innenstadt.

Die von der Klasse 8b entwickelte Ausstellung stellte die Biografien jüdischer Göttingerinnen und Göttinger vor, die während der Zeit des Nationalsozialismus entrechtet, vertrieben, deportiert oder ermordet wurden. Auf Stellwänden informierten die Schülerinnen und Schüler über einzelne Schicksale und machten deutlich, dass sich hinter jedem Stolperstein eine konkrete Lebensgeschichte verbirgt.

Das Projekt ist im Profilunterricht des 8. Jahrgangs verankert und soll auch in den kommenden Jahren einen festen Bestandteil der schulischen Erinnerungskultur bilden. Ziel ist es, historische Verantwortung nicht nur im Unterricht zu thematisieren, sondern durch konkrete Projekte erfahrbar zu machen.

Wie aktuell und notwendig diese Arbeit ist, zeigten jüngste Vorfälle in Göttingen: In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai wurden an mehreren Verlegestellen Stolpersteine mit Sekundenkleber beschädigt, sodass Inschriften teilweise unlesbar wurden. Die Ereignisse verdeutlichen, dass Erinnerungskultur keine selbstverständliche Aufgabe ist, sondern immer wieder neu gepflegt und verteidigt werden muss.

Das Projekt wurde vom Göttinger Tageblatt und von der HNA begleitet sowie wissenschaftlich unterstützt von Dirk Schumann, emeritierter Professor für Neuere und Neueste Geschichte der Universität Göttingen.

Ein besonderer Dank gilt der Klasse 8b für ihr engagiertes Arbeiten und ihrem Geschichtslehrer Hagen Schweiger für Vorbereitung und Begleitung!

Das Projekt zeigt, wie schulische Erinnerungskultur historisches Lernen mit konkretem gesellschaftlichem Engagement verbinden kann. Schülerinnen und Schüler setzen sich nicht nur mit der Vergangenheit auseinander, sondern übernehmen Verantwortung dafür, dass die Erinnerung an die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung im öffentlichen Raum sichtbar bleibt.

Text/Fotos: THG/SWG

 

 

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